{"id":9289,"date":"2019-09-20T12:00:00","date_gmt":"2019-09-20T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gebe.net\/?p=9289"},"modified":"2026-07-31T15:48:22","modified_gmt":"2026-07-31T15:48:22","slug":"linerless-drucken-eine-echte-herausforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gebe.net\/en\/news\/linerless-drucken-eine-echte-herausforderung\/","title":{"rendered":"Linerless printing \u2013 a real challenge"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer &#8222;linerless&#8220; druckt, der wei\u00df: Sind Drucker und Cutter erst einmal verklebt und m\u00fcssen gereinigt werden, wird die Sache teuer. 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Dabei geht es jetzt auch anders!<\/p><p>ver\u00f6ffentlicht in: ident Magazin, ident Verlag, Heft 04\/2019<\/p><ul class=\"gebe-news-liste\"><li>Wie funktioniert das Drucken auf liner-free Papier?<\/li><li>Welche Papierbeschaffenheit ist notwendig, damit der Druck auf \"Linerless\" Etiketten zufriedenstellend gelingt?<\/li><li>Was genau macht eigentlich das Abschneiden selbstklebender Etiketten ohne Tr\u00e4germaterial so schwierig und l\u00e4sst sich das Verkleben der Messer \u00fcberhaupt vermeiden?<\/li><li>Und welche Faktoren m\u00fcssen beim \"Linerless\" Drucken generell ber\u00fccksichtigt werden, um bestm\u00f6gliche Druckergebnisse mit dem Thermodrucker zu erhalten?<\/li><\/ul><p>Dipl. Ing. (FH) Klaus Baldig, Entwicklungsleiter bei GeBE, erkl\u00e4rt, weshalb das Drucken auf Linerless Etiketten eine echte Herausforderung darstellt.<\/p><p>Wenn Sie wissen wollen, wie die L\u00f6sung aller auftretenden Problematiken beim Bedrucken von Etiketten ohne Tr\u00e4germaterial, den liner-free Papieren, mit dem neuen GeBE COMPACT-Plus Linerless Drucker gelungen ist, lesen Sie diesen Fachartikel. Er liegt hier auch zum Downloaden bereit.<\/p><h3>\u201eLinerless\u201c drucken \u2013 eine echte Herausforderung. Ein Linerless Drucker mit Linerless Abschneider<\/h3><p>Etiketten werden im Thermodirekt- oder Thermotransferdruckverfahren bedruckt, an einer Peeling Kante vom Tr\u00e4gerpapier (Liner) getrennt und per Hand oder mittels Applikator auf ein Objekt aufgebracht. Diese Technik wird erfolgreich z.B. in den Bereichen Retail und Logistik angewendet. Doch l\u00e4sst sie noch viele Wu\u0308nsche offen. Das Einlegen der Etikettenrolle ist oft aufwendig<br>und das Tr\u00e4gerpapier bleibt als Mu\u0308ll u\u0308brig, der umweltgerecht entsorgt werden muss. Es schm\u00e4lert  udem den nutzbaren Etikettenvorrat auf der Rolle um etwa 50%.<\/p><p>Mitte der 1990er Jahre wurde die heute bekannte Linerless Technik fu\u0308r Thermopapier in den USA zum Patent angemeldet und auf den Markt gebracht. Ihren<br>Aufschwung erlebte diese aber erst etwas sp\u00e4ter in Deutschland, im Bereich der Retail Waagen. Die Idee war es, auf das teure Tr\u00e4gerpapier zu verzichten und mindestens doppelt so viele nutzbare Etiketten zu erhalten. Zus\u00e4tzlicher Vorteil:<br>die Etikettenl\u00e4nge ist variabel. Schneiden ohne Verkleben<br>Bei Linerless Thermopapier ist unter der Thermoschicht die Klebeschicht und daru\u0308ber, zum Schutz vor dem Verkleben der Papierlagen auf der Rolle, eine Silikonschicht<br>aufgebracht - vergleichbar einer Klebefilmrolle. Der Ausdruck wird abgerissen oder abgeschnitten. Eine frei<br>zug\u00e4ngliche Abrei\u00dfkante ist leicht von Kleberru\u0308ckst.nden zu reinigen, die Messer des Abschneiders aber kommen mit dem z\u00e4hen Kleber in Kontakt und verkleben nach kurzer Zeit vollst\u00e4ndig. Bisher gab es dafu\u0308r keine  befriedigende L\u00f6sung. Die Messeroberfl\u00e4chen mu\u0308ssen gute Antihaft-Eigenschaften aufweisen.<\/p><p>\u00dcbliche Antihaftbeschichtungen reiben sich beim Schneiden aber sehr schnell ab.<\/p><h3>Bisherige L\u00f6sungen:<\/h3><ul class=\"gebe-news-liste\"><li>Papiere mit klebstofffreien Zonen, innerhalb derer abgeschnitten wird (Herstellung aufwendig)<\/li><li>Klebekraft des Klebstoffes stark herabsetzen<br>(Verkleben der Messer wird \u201enur\u201c hinausgez\u00f6gert)<\/li><li>Messer st\u00e4ndig mit schu\u0308tzendem Silikon\u00f6l benetzen (enormer Aufwand, nur fu\u0308r die wenigsten Anwendungen geeignet)<\/li><\/ul><h3>Ideale Papierbeschaffenheit<\/h3><p>Wer gute Etiketten produziert, meint man, sollte ganz einfach auch gute Linerless Papiere herstellen k\u00f6nnen. Doch die geforderte Pr\u00e4zision bei der Herstellung ist \u00e4u\u00dferst hoch und die Auswahl der richtigen Bestandteile essenziell. Das Basis Thermopapier muss:<\/p><ul class=\"gebe-news-liste\"><li>eine sehr glatte, geschossene Oberfl\u00e4che<br>aufweisen, damit das Silikon nicht<br>zu stark in die Thermoschicht dringt,<br>bevor es vernetzt (geh\u00e4rtet) wird und<br>zudem eine gute Verankerung des Silikons<br>erm\u00f6glichen.<\/li><li>Ru\u0308ckseitig eine Barriere gegen den<br>Klebstoff aufweisen, der stetig durch<br>das Papier zur Thermoseite migriert und<br>diese beim Erreichen angreift.<\/li><\/ul><p>Das kann je nach Papiersorte einige Wochen bis<br>zu u\u0308ber einem Jahr dauern.<\/p><p>Bei Etiketten sitzt das Silikon unterhalb des Klebstoffes und hat keinen Einfluss auf den Druckprozess. Der Hersteller kann sich haupts\u00e4chlich darauf fokussieren, u\u0308ber die Silikonisierung die Release Eigenschaften (ben\u00f6tigte Kraft zum Abl\u00f6sen des Etiketts vom Tr\u00e4ger) einzustellen.<\/p><p>Bei Linerless Papier beeinflusst die Auftragsst\u00e4rke des Silikons den Druckprozess wesentlich. Die Schicht muss m\u00f6glichst dicht (ohne L\u00f6cher, \u201ePin Holes\u201c) und gleichzeitig m\u00f6glichst du\u0308nn sein um ein gutes Druckergebnis zu erzielen. Tests zeigen, dass hier die meisten Fehler gemacht werden. Gibt es L\u00f6cher, so dringt der Klebstoff durch die Silikonschicht und zerst\u00f6rt bestenfalls nur die Thermoschicht. Schlimmstenfalls lagert sich der Kleber im Silikon beim Drucken am Druckkopf ab. Silikonablagerungen allein lassen sich zwar leicht entfernen, kommt aber Kleber mit dazu, wird das schwieriger. Wird nicht rechtzeitig ges\u00e4ubert, kann der Druckkopf zerst\u00f6rt werden. L\u00f6cher erh\u00f6hen zudem die Release Kraft der Linerless Papierrolle - leicht h\u00f6rbar an einem \u201eKnistern\u201c beim Abrollen.<\/p><p>Einfach viel Silikon aufzubringen, ist der falsche Weg. Denn das Silikon d\u00e4mpft den Energieu\u0308bertrag beim Druckprozess und der Ausdruck wird  nsch\u00e4rfer. Bei einer Schicht von 1,0 \u03bcm braucht der Druckkopf ca. 16 % mehr Energie, um so schwarz zu drucken, wie auf Standard-Thermopapier. Hinsichtlich der aufgetragenen Silikonst\u00e4rke haben Tests gezeigt, dass Ablagerungen am Druckkopf:<\/p><p>\u2022 bei 0,8 \u03bcm praktisch nicht entstehen.<\/p><p>\u2022 sich bei 1,0 \u03bcm nur allm\u00e4hlich aufbauen<br>(nach einigen tausend Tickets<br>zu entfernen).<\/p><p>\u2022 bereits ab 1,2 \u03bcm so stark werden<br>k\u00f6nnen, dass evtl. schon nach einigen<br>hundert Etiketten gereinigt werden<br>muss, um ein fehlerfreies Druckbild zu<br>erhalten.<\/p><p>Wie dicht die Silikonschicht ist, wird mit dem \u201eMethylenblau Test\u201c gepru\u0308ft. Wieviel Durchl\u00e4ssigkeit akzeptiert wird, liegt im individuellen Ermessen. Immerhin, es gibt Papiere, die gar keine Verf\u00e4rbung zeigen. Papier ohne Tr\u00e4ger klebt u\u0308berall.<\/p><p>Deshalb mu\u0308ssen auch im Drucker alle beru\u0308hrbaren Teile antihaftend ausgefu\u0308hrt sei. Zentrales Element ist hier die Druckwalze. Die wird aus speziellem aus Silikon, dem Antihaft-Additive beigemischt werden hergestellt. Um die aktive Oberfl\u00e4che (Angriffsfl\u00e4che fu\u0308r Kleber) zu verringern, wird sie h\u00e4ufig in einem Zickzack Profil geschliffen, dessen Zacken sich sich jedoch schnell abnutzen. Nicht jeder Klebstoff \u201epasst\u201c zu jeder Antihaftwalze. Die Lebensdauer einer Walze kann so von 5 km bis zu 30 km variieren.<\/p><p>Die Auswahl geeigneter Klebstoffe fu\u0308r Linerless Papiere ist gegenu\u0308ber der fu\u0308r herk\u00f6mmliche Etiketten eher gering. Der Klebstoff muss auf der gewu\u0308nschten Oberfl\u00e4che haften, nicht aber auf den<br>Funktionsteilen des Druckers, insbesondere der Druckwalze. Wie bei Etiketten gilt: Je h\u00f6her die  Klebstoffdicke, desto h\u00f6her die Klebekraft. Doch, umso gr\u00f6\u00dfer werden die Probleme im Drucker.<\/p><p>Typische Auftragsst\u00e4rken von Linerless Klebstoff sind 12-15 g\/m2 gegenu\u0308ber 18-25 g\/m2 bei Etiketten. Mit zu wenig klebt das Papier nicht richtig, mit zu viel, verschmutzt der Drucker zu schnell. Die Verschmutzungsneigung von  Funktionsteilen steigt von 12 g\/m2 auf 15 g\/m2<br>Klebstoff ca. um den Faktor 10. Daher gilt: h\u00f6chste Pr\u00e4zision und Konstanz bei der Auftragsst\u00e4rke! Es gibt Standard Retail Kleber, die bei weniger als 12g\/m2 auf glatten Oberfl\u00e4chen bestens, auf Pappe aber auch mit 15 g\/m2 schlecht kleben. Der Klebstoff muss - speziell in Tiefku\u0308hl- oder Logistik<br>Anwendungen - fu\u0308r Linerless Drucker nachweislich geeignet sein. Bei Linerless Papieren ist ein kleiner, klebefreier Rand an beiden Seiten des Papiers notwendig, damit beim Wickeln der Papierrolle kein Klebstoff nach au\u00dfen quillt.<\/p><p>Selbst wenn all dies beachtet wurde, ist man vor  Papierstaus oder st\u00e4rkeren Verschmutzungen noch nicht gefeit.<\/p><p>Linerless Papiere neigen z.B. beim Drucken zu partiellen Silikonabl\u00f6sungen, die den Druckkopf bei falscher Handhabung schnell verschmutzen lassen und zu Ausf\u00e4llen bei Barcodes fu\u0308hren k\u00f6nnen.<\/p><p>Fu\u0308r gute Druckergebnisse muss in jedem Fall die Ansteuerung des Druckes in vielen Bereichen angepasst werden.<\/p><p>Erst dann ist es m\u00f6glich, hunderttausende von Labels zu drucken, und dass ohne jeglichen Service.<\/p><h3>Ausblick<\/h3><p>Die Linerless Technologie hat unbestreitbare Vorteile und es gibt Anzeichen dafu\u0308r, dass sich der Bedarf dafu\u0308r enorm erh\u00f6hen wird. Dabei wird sie sicherlich Anteile des Etikettenmarktes einnehmen, aber auch neue Applikationen finden. Noch werden Linerless Papiere teurer angeboten als Etiketten, langfristig ist allerdings eine Senkung unter das Etikettenpreisniveau zu erwarten, denn bei gleicher Herstellmenge sind die Materialkosten fu\u0308r Linerless gu\u0308nstiger.<\/p><p>Zus\u00e4tzlich entf\u00e4llt die Entsorgung des Liners und die Bereitschaft eines Linerless Druckers ist deutlich h\u00f6her ist<br>als die eines Etikettendruckers. Der Erfolg ist also vorprogrammiert.<\/p><p>Au\u00dferdem zum Thema \"Linerless Technology by GeBE\" in \"ident Produkte 2019\/2020\", S. 88:<br><a href=\"https:\/\/ident.de\/sites\/default\/files\/Heftarchiv\/ident_2019\/ident_2019_Produkte_Web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GeBE Linerless Technology. 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