{"id":9291,"date":"2019-07-09T12:00:00","date_gmt":"2019-07-09T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gebe.net\/?p=9291"},"modified":"2026-05-11T12:24:29","modified_gmt":"2026-05-11T12:24:29","slug":"papierticktes-noch-lange-unverzichtbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gebe.net\/en\/news\/papierticktes-noch-lange-unverzichtbar\/","title":{"rendered":"Paper-wrapped? Still indispensable for a long time"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Leitthemas &#8222;Digitalisierung als Voraussetzung f\u00fcr die Verkehrswende&#8220;<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":11011,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[56,24],"tags":[],"post_folder":[],"class_list":["post-9291","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-fachbeitrag","category-news"],"acf":{"News_Inhalt":"<p class=\"gebe-news-lead\">Im Rahmen des Leitthemas &quot;Digitalisierung als Voraussetzung f\u00fcr die Verkehrswende&quot;<\/p><p>ver\u00f6ffentlicht in: Nahverkehrs-praxis, Fachverlag Dr. Helmut Arnold GmbH, Heft 6, Juli 2019<\/p><p>Die Frage steht schon lange im Raum:<\/p><h3>Wird das g\u00e4ngige Ticket aus Papier nun durch das e-ticket abgel\u00f6st?<\/h3><p>Dipl. Ing (FH) Klaus Baldig, Entwicklungsleiter bei GeBE,  sieht die eindeutige Antwort auf diese Frage aus verschiedenen Gr\u00fcnden in etwas weitere Ferne ger\u00fcckt, als man aktuell denken m\u00f6chte.<\/p><h3>Papiertickets? Noch lange unverzichtbar.<\/h3><p>Im Grunde d\u00fcrfte es keine Papiertickets mehr geben \u2013 seit rund 20 Jahren wurde ihr Ende schon oft voraus gesagt. Dennoch: j\u00e4hrlich steigt der Bedarf an Thermodruckk\u00f6pfen, denn es wird zunehmend viel gedruckt - auch Fahrkarten. Dabei gibt es doch technische L\u00f6sungen, die sie l\u00e4ngst \u00fcberfl\u00fcssig machen k\u00f6nnten. Was also spricht nach wie vor f\u00fcr das gedruckte Ticket?<\/p><p>Das Prinzip des Ticketing im klassischen Sinne ist lange erprobt und funktioniert gut und komplett offline. Die Tickets sind jederzeit am Automaten, im Bus oder am Kiosk erh\u00e4ltlich und die entwerteten Fahrscheine sind einfach zu \u00fcberpr\u00fcfen. Weder die Aufbewahrung noch die Kontrolle machen zus\u00e4tzliche Ger\u00e4te notwendig und f\u00fcr eine R\u00fcckerstattung durch den Arbeitgeber oder das Finanzamt ist der Fahrschein zugleich der Nachweis.<\/p><h3>Alternative Ticketing Systeme<\/h3><p>Mit alternativen L\u00f6sungen wie Magnetkarten oder Chipkarten wird das Papier l\u00e4ngst nicht nur in Metropolen weltweit ersetzt, auch der Trend zu e-Tickets ist ungebrochen. In der Praxis sieht das so aus:<br>Die Plastikkarte wird bereits geladen erworben oder wieder aufgeladen, die Zahlung erfolgt bar oder online. Eine automatische Zutrittskontrolle gen\u00fcgt zwar, doch bei Lesefehlern m\u00fcssen Ordner helfen. Ganz ohne Verkaufsstellen, Automaten und Personal geht es hier nicht.<\/p><p>In Ticketmanagement Systemen ohne Papiertickets, Barzahlungen, Automaten und Verkaufsstellen, werden Fahrscheine mittels eines mobilen, internetf\u00e4higen Endger\u00e4tes (z.B. Smartphone) erworben. Nachtr\u00e4gliches Ausdrucken auf A4 (als Beleg f\u00fcr den Kauf) ist unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig teuer. Und wenn die Internetverbindung fehlt? Sogar im l\u00e4ngst schon etablierten E-Flugticketbereich wird h\u00e4ufig vergeblich versucht, am Gate die Bordkarten auf dem Smartphone aufzurufen. Dass ein Zusammenbruch der Internetverbindung und damit des Ticket Management Systems im \u00d6PNV f\u00fcr alle Beteiligten fatale Folgen h\u00e4tte, liegt auf der Hand.<\/p><h3>Lieber \u201eschwarz auf wei\u00df\u201c?<\/h3><p>Der fl\u00e4chendeckenden Umsetzung rein internetbasierter Ticketing Systeme steht u.a. entgegen, dass viele Menschen ihr Smartphone f\u00fcr K\u00e4ufe gar nicht verwenden k\u00f6nnen oder m\u00f6chten. Und f\u00fcr viele gilt Gedrucktes au\u00dferdem als besonders verl\u00e4sslich. \"Ich habe es schwarz auf wei\u00df!\u201c z\u00e4hlt - auch (und vielleicht gerade) mit zunehmender Digitalisierung.<\/p><p>\u201eEs soll Menschen geben, die gar kein Handy haben oder bewusst nur ein Tastentelefon ohne Internetanschluss. (\u2026) Elf Millionen Menschen sind das in Deutschland, im Fachjargon Offliner genannt. 99 Prozent von ihnen sind 65 Jahre und \u00e4lter...\u201c (S\u00fcddeutsche Zeitung online: https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/kommentar-recht-auf-papier-1.3506081). Das ist eine nicht unerhebliche Zahl potenzieller Fahrg\u00e4ste.<\/p><p>Au\u00dferdem sorgt die Frage, wie es bei Plastikkarten und internetbasierten L\u00f6sungen um personenbezogene Daten bestellt ist, immer wieder f\u00fcr kontroverse Diskussionen. Wird mit der EC Karte gezahlt, ist zumindest gespeichert, dass  bestimmte Betr\u00e4ge f\u00fcr Fahrten ausgegeben wurden. Wer in diesem Punkt auf Nummer sicher gehen will, kauft wahrscheinlich lieber ein Papierticket und zahlt bar.<\/p><h3>Vorteile alternatives Ticketing:<\/h3><p>- Erwerb auch ohne Bargeld<br>- Plastikkarten wiederverwendbar<br>- Fahrgastverhalten auswertbar<br>- bei Verlust sperrbar<br>- Kostenersparnis durch Verkaufsstellen-, Automaten- und Personalabbau<\/p><h3>Vorteile Papiertickets:<\/h3><p>- Technologie f\u00fcr Kinder oder \u00c4ltere handhabbar<br>- kein Plastikm\u00fcll, v.a. bei Einzeltickets<br>- Fahrgastverhalten kaum nachvollziehbar (Datenschutz)<br>- unmittelbarer Beleg (z.B. f\u00fcr Arbeitgeber)<br>- hohe F\u00e4lschungssicherheit<\/p><h3>Ausblick aus Sicht des Thermodruckerherstellers GeBE:<\/h3><p>OEM Kunden aus dem \u00d6PNV Bereich setzen zunehmend auf die Spezialisierung und Individualisierung ihrer Komponenten. Im Fokus steht hier u.a., mit dem Servicierungsgrad die Kosten zu senken. Neben Redesigns werden unvermindert auch Entwicklungen f\u00fcr komplett neue Generationen von Ger\u00e4ten f\u00fcr den \u00d6PNV beauftragt. Demnach liegt der Abschied vom Papierticket noch in einiger Ferne.<\/p><p>Aus Sicht der Betreiber z\u00e4hlt: Papiertickets sind preiswert und die Thermodrucker daf\u00fcr sind wartungsfrei. Sie ben\u00f6tigen weder Farbband noch Toner, nur das Papier muss nachgef\u00fcllt werden. Verf\u00fcgen Automaten \u00fcber einen extra gro\u00dfen Papiervorrat (z.T. bis zu zwei Kilometer), verringert das die Kosten. Die Lebensdauer von Thermodruckern liegt mit bis zu 200 Kilometer Laufleistung meist deutlich \u00fcber der von Tinten- oder Laserdruckern. Nur die regelm\u00e4\u00dfige Verwaltung des Bargeldes am Automaten stellt einen relativ gro\u00dfen Aufwand dar.<\/p><p>Zielgerichtet eingesetzt haben alle g\u00e4ngigen Systeme ihre Berechtigung. Papiertickets sind besonders f\u00fcr Einzelfahrten attraktiv. Sie sind einfach zu handhaben, gut aufzubewahren, relativ umweltvertr\u00e4glich und f\u00e4lschungssicher. F\u00fcr Vielfahrten- oder Dauerkarten sind Chipkarten interessant. Sie passen in jede Geldb\u00f6rse und k\u00f6nnen bei Verlust gesperrt werden. Sie sind robuster als Papier, aber iIhre Lebensdauer ist begrenzt. Hier muss die M\u00fcllfrage im Auge behalten werden und mit einem Pfandsystem lie\u00dfe sich gut nachbessern.<\/p><p>Langfristig wird sich wohl das rein internetbasierte Ticket Management durchsetzen. Vorher m\u00fcssen allerdings noch viele prinzipbedingte Nachteile eliminiert und es muss abschlie\u00dfend dar\u00fcber befunden werden, inwieweit sich eine so grundlegende Dienstleistung wie die der Mobilit\u00e4t an den (u.a. darauf angewiesenen) \u00d6PNV Nutzern orientieren und ob man hier die \u201eOffliner\u201c tats\u00e4chlich zu \u201eOnlinern\u201c machen sollte bzw. kann. Bis dahin bleibt die gedruckte Fahrkarte unverzichtbar.<\/p>","news_download":"","untertitel":"","video_oben":"","datei_1":null,"beschriftung_1":"","datei_2":null,"beschriftung_2":"","datei_3":null,"beschriftung_3":"","datei_4":null,"beschriftung_4":"","datei_5":null,"beschriftung_5":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gebe.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9291","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gebe.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gebe.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gebe.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gebe.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9291"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gebe.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9291\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9534,"href":"https:\/\/gebe.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9291\/revisions\/9534"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gebe.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11011"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gebe.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9291"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gebe.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9291"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gebe.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9291"},{"taxonomy":"post_folder","embeddable":true,"href":"https:\/\/gebe.net\/en\/wp-json\/wp\/v2\/post_folder?post=9291"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}